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Öffentliche Massenbesetzung des ehemaligen Flughafen Tempelhof am 20.06.2009

Am 20.06.2009 findet die öffentliche Massenbesetzung des ehem. Flughafen Tempelhof statt. Ich unterstütze das und hoffe, dass viele Leute sich aufraffen und für eine offene Nutzung der Fläche demonstrieren! Es kann ja nicht sein, dass alles mit Luxus Wohnungen vollgepflastert wird.

 

Anbei der komplette Aufruf:

Squat Tempelhof!

Öffentliche Massenbesetzung des ehemaligen Flughafen Tempelhof am 20.06.2009
Am 31. Oktober 2008 wurde der Flughafen Tempelhof in Berlin geschlossen und wurde zu einer
Freifläche von rund 400 Hektar (525 Fußballfelder) mitten in der Stadt. Was sich erstmal gut
anhört, könnte sich allerdings katastrophal für die AnwohnerInnen der angrenzenden Kieze
auswirken. Geht es nach dem Berliner Senat, sollen auf dem Gelände neben Luxuswohnungen
Räume für die sogenannte Kreativwirtschaft geschaffen werden. Bis die Vorhaben umgesetzt
sind, bleibt das gesamte Gelände eingezäunt und wird sogar noch verstärkt überwacht.
Solche Entwürfe kennen wir bereits. Für das Spreeufer entwickelte der Senat einen Plan, der
Investor_innen sowie Konzerne aus dem Medienbereich anziehen soll und die städtische Struktur
maßgeblich verändert. Eine breite Bewegung konnte einige der Bauprojekte verhindern und stieß
eine öffentliche Debatte über die fortschreitende neoliberale Umstrukturierung der Stadt an.
Immer noch stören vielfältige Initiativen und Aktionen die Umwandlung Berlins zu einer
international konkurrenzfähigen Metropole.

Die Pläne für den Flughafen Tempelhof sind ein Bestandteil dieser Strategie. Investor_innen
werden angelockt und eingeladen, ihre Vorstellungen umzusetzen. Städtischer Raum wird
zunehmend privatisiert und exklusiv gestaltet. Das bedeutet komfortables Leben und Arbeiten für
die, die es sich leisten können. Für alle anderen sind steigende Mieten und die Verdrängung aus
ihrem Lebensumfeld die Konsequenz. Die Spaltung der Stadt ist kein Berliner Phänomen:
Weltweit überbieten sich Städte und Regionen gegenseitig darum, wer attraktiver für
internationale Investitionen ist. Dieser Standortwettbewerb ist kein Zufall, sondern Teil der
kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung.

Im Fall Tempelhof stehen wir am Anfang des Prozesses. Wir wollen früh genug eingreifen und ein
Zeichen setzen, dass wir diese Entwicklung der Stadt nicht hinnehmen.Wir haben viele Ideen,
wie die Fläche nicht kommerziell und im Sinne der Anwohner_innen genutzt werden kann. Wir
wollen über die neue Nutzung selbst entscheiden!

Deswegen rufen wir zur
Besetzung der Freifläche Tempelhof
am 20.06.2009 auf.

Wir werden viele sein und sind wütend, weil wir niemals mitentscheiden dürfen, was in unserer
direkten Umgebung passiert. Wir fordern den Senat auf, den Zaun zu öffnen. Falls das nicht
geschieht, werden wir uns das Gelände mit Hilfe des zivilen Ungehorsams aneignen. Unsere
Mittel sind dabei so vielfältig wie unsere Bewegung. Wir sind die Familie von nebenan, die
Neuköllner Crew, die Autonomen, der Punk, die Illegalisierte, der Kioskbesitzer, die Hartz-IV
Bezieherin, Leute mit Hund, die internationale Aktivistin, der Rollstuhlfahrer, Spaßfanatikerinnen
und und und. Es gibt unzählige Ideen für die unkommerzielle Nutzung des Geländes: Günstiger
Wohnraum, Bauwagenplätze, interkulturelle Gärten und Parks, Theater, Grillplätze, kulturelle
Zentren, Skateparks, Abenteuerspielplätze, Museen, nicht-kommerzielle Landwirtschaft...

Seid kreativ, tobt euch aus, nehmt euch den Freiraum!

tempelhof.blogsport.de

V.i.S.d.P.: Petra Mau, Niederkirchnerstr. 5, 10117 Berlin

http://tempelhof.blogsport.de/

 

 
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